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Gartenpool

Gartenwissen - Gestaltung

Permakultur im Garten: von den Prinzipien zur Umsetzung

Von Oli Meyer

Gewölbtes Hügelbeet mit dichter Mischpflanzung aus Gemüse und blühenden Kräutern, dazwischen Strohmulch

Permakultur wird oft für einen Gartenstil gehalten, für wilde Beete und Holzhaufen. Sie ist eine Planungsmethode. Die Frage ist nicht, wie ein Garten aussieht, sondern wie seine Teile zueinander stehen: was schattet was, was düngt was, wohin läuft das Wasser, welcher Weg wird täglich gegangen.

Daraus folgt der praktische Kern: Arbeit wird nicht durch Fleiß gespart, sondern durch Anordnung. Ein Kompost hinter dem Schuppen erzeugt jedes Jahr dieselben Wege, ein Kompost zwischen Küche und Beet nicht.

Beobachten, bevor gebaut wird

Der erste Schritt kostet nur Zeit. Wo steht im Winter das Wasser, wo taut der Schnee als erstes, wo trocknet der Boden im Juli zuerst aus, aus welcher Richtung kommt der Wind, der die Bohnen umlegt. Eine Fläche, die ein Jahr beobachtet wurde, wird anders geplant als eine, die im März auf Papier eingeteilt wurde.

Das ist auch die häufigste Fehlerquelle: die Anlage folgt einer Zeichnung, und die Zeichnung folgt einer Vorstellung. Der Hochbeetplatz, der auf dem Papier gut lag, liegt in der Realität im Nordschatten des Nachbargebäudes.

Zonen: Nähe nach Pflegeaufwand

Was oft Aufmerksamkeit braucht, gehört nah. Schnittkräuter, Salat und Pflücksalate an die Tür, weil sie einzeln und häufig geholt werden. Das Hauptgemüse dahinter, weil es wochenweise bearbeitet wird. Obst, Beeren und Stauden weiter draußen, Wildhecke und Totholz am Rand.

Die Einteilung ist keine Vorschrift mit fünf Ringen, sondern eine Prüffrage: wie oft wird das hier gebraucht, und wie weit ist der Weg dorthin. Wer diese Frage bei jeder Neuanlage stellt, spart im Jahr mehr Zeit als mit jedem Werkzeug.

Mehrjährig denken

Einjähriges Gemüse verlangt jedes Jahr Aussaat, Pflege und Bodenbearbeitung. Mehrjährige Kulturen liefern nach der Anlaufzeit ohne diesen Zyklus: Beerensträucher, Rhabarber, Spargel, Staudenkräuter, Obstbäume, mehrjährige Zwiebelarten.

Ein Garten, der zur Hälfte aus mehrjährigen Kulturen besteht, ist im Frühjahr nicht zur Hälfte Arbeit. Er ist zur Hälfte schon fertig. Das ist der stärkste Hebel der Methode und gleichzeitig der, der am längsten braucht.

Kreisläufe schließen, wo es sich lohnt

Der Anspruch, alles im Garten zu halten, führt schnell zu Aufwand ohne Nutzen. Sinnvoll sind die drei Kreisläufe mit der besten Bilanz: pflanzliches Material zurück in den Boden über Kompost und Mulch, Regenwasser vom Dach in Speicher statt in den Kanal, eigenes Saatgut bei den Arten, die sortenrein bleiben.

Was sich nicht lohnt, ist ebenso wichtig. Wer Torf durch Zukauf ersetzen will, muss nicht jede Anzuchterde selbst mischen; ein einzelner Zukauf ohne Torf löst das gleiche Problem mit weniger Arbeit.

Fehler, die häufig passieren

Zu viel auf einmal. Eine Fläche, die in einem Frühjahr komplett umgestaltet wird, bindet die ganze Saison Arbeitszeit und liefert im ersten Jahr wenig. Eine Fläche pro Jahr, dafür fertig, kommt schneller voran.

Zu dicht gepflanzt. Mischkultur heißt nicht Enge. Pflanzen, die sich nicht mehr belüften, bekommen Pilzkrankheiten, und im Hausgarten ist Mehltau an zu dicht stehenden Zucchini häufiger als jeder Schädling.

Zu wenig Wege. Eine Fläche, die man nicht trockenen Fußes erreicht, wird im nassen Frühjahr betreten, und damit ist die Bodenstruktur weg, die der ganze Ansatz aufbauen soll.

Die Kapitel unten gehen die Bausteine einzeln durch: der Aufbau eines Hügelbeets, ein Pflanzplan für Mischkultur, der wirklich aufgeht, und die Reihenfolge für den Anfang.

Beiträge in diesem Kapitel

Häufige Fragen

Was unterscheidet Permakultur vom Biogarten?

Der biologische Garten legt fest, was nicht verwendet wird. Permakultur ist eine Planungsmethode: sie fragt, wie Elemente so angeordnet werden, dass sie sich gegenseitig versorgen. Ein Permakulturgarten ist praktisch immer biologisch, aber ein Biogarten ist nicht automatisch permakulturell geplant.

Braucht Permakultur viel Fläche?

Nein. Die Methode ist auf jeder Größe anwendbar, weil sie über Anordnung und Vielfalt arbeitet, nicht über Umfang. Auf kleinen Flächen wirkt sie sogar deutlicher, weil jede Wegverkürzung und jede Doppelnutzung stärker ins Gewicht fällt.

Was sind die Zonen?

Eine Anordnung nach Pflegeaufwand: was täglich gebraucht wird, liegt am Haus, was selten Aufmerksamkeit braucht, weiter außen. Kräuter und Schnittsalat gehören an die Tür, der Obstbaum in die Mitte, die Wildhecke an den Rand. Die Zonen sind kein Schema, sondern eine Prüffrage an jede Platzierung.

Wie lange dauert es, bis ein Permakulturgarten funktioniert?

Die einjährigen Beete tragen im ersten Jahr. Die mehrjährige Struktur aus Hecken, Bäumen und Stauden braucht drei bis fünf Jahre, bis sie Schatten, Windschutz und Lebensraum liefert. Der Aufwand ist deshalb am Anfang am höchsten und sinkt danach.

Muss auf Umgraben komplett verzichtet werden?

Als Dauerpraxis ja, weil die Bodenstruktur der Ertragsträger ist. Bei der Anlage einer Fläche mit Wurzelunkraut oder starker Verdichtung ist ein einmaliger Eingriff oft der kürzere Weg als jahrelanges Jäten unter Mulch.

Rechnet sich Permakultur im Hausgarten?

Nicht als Ersatz für den Einkauf, sondern über die Arbeitszeit. Die Ersparnis liegt in dem, was wegfällt: weniger Gießen durch Bedeckung und Schatten, weniger Jäten durch geschlossene Flächen, weniger Zukauf durch eigenen Kompost und eigenes Saatgut.