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Gartenpool

Wasser - Speicherung

Regenwasser im Garten nutzen: Speicher richtig dimensionieren

Von Oli Meyer

Regenwasser ist im Garten kein Sparthema, sondern ein Verfügbarkeitsthema. Die Menge, die ein normales Hausdach im Jahr liefert, übersteigt den Gartenbedarf in den meisten Regionen deutlich. Das Problem ist die Verteilung: es regnet, wenn nicht gegossen werden muss, und es regnet nicht, wenn gegossen werden müsste.

Damit ist die einzige relevante Planungsgröße das Speichervolumen und nicht die Dachfläche.

Die Rechnung, die am Anfang steht

Dachfläche mal Niederschlag ergibt die Menge. Fünfzig Quadratmeter Dach und ein Zwanzig-Millimeter-Regen sind rund tausend Liter, von denen ein Teil über Verdunstung und Anhaftung verloren geht.

Diese Zahl ordnet die üblichen Behältergrößen ein: eine Zweihundert-Liter-Tonne ist nach einem einzigen mäßigen Regen voll und läuft danach über. Der gesamte Rest des Regens ist für den Garten verloren.

Nach der Trockenphase dimensionieren

Sinnvoll ist die umgekehrte Rechnung: wie lange soll überbrückt werden, und wie viel wird in dieser Zeit gebraucht. Zwei bis drei trockene Wochen im Hochsommer sind in vielen Regionen ein realistischer Fall geworden.

Wer den Bedarf für diesen Zeitraum abschätzt, landet bei Volumina, die mit einer Tonne nicht zu erreichen sind. Praktikabel sind mehrere verbundene Behälter, ein größerer Tank oder ein Erdspeicher, wobei die verbundene Variante sich schrittweise erweitern lässt.

Höhe ist Energie

Ein Speicher, der höher steht als die Entnahmestelle, gibt Wasser ohne Pumpe ab. Diese Entscheidung fällt bei der Aufstellung und ist später teuer zu korrigieren.

Wo das Gefälle fehlt, ist eine einfache Pumpe die Lösung. Wichtiger als die Technik ist die Lage: ein Speicher am falschen Ende des Gartens erzeugt jedes Jahr dieselben Wege, und Wege entscheiden darüber, ob eine Anlage benutzt wird.

Wasserqualität erhalten

Drei Dinge halten das Wasser brauchbar. Dunkel und abgedeckt, damit Algen keine Grundlage haben. Ein Filter oder Laubfang im Zulauf, damit organisches Material nicht in den Speicher gelangt und dort fault. Und eine Entnahme nicht direkt vom Boden, wo sich Sediment sammelt.

Ein Speicher, der stinkt, hat organisches Material im Wasser und keinen Luftaustausch. Das Wasser ist dann nicht für Gemüse geeignet und der Behälter muss geleert und gereinigt werden.

Überlauf gehört zur Planung

Jeder Speicher läuft irgendwann über, und das passiert bei Starkregen, also im schlechtesten Moment. Ein Überlauf, der an die Hauswand oder auf einen befestigten Weg führt, verlagert das Problem nur.

Die saubere Lösung ist eine flache Mulde oder ein bepflanztes Versickerungsbeet in ausreichendem Abstand zum Gebäude. Es nimmt die Spitze auf, gibt sie langsam an den Boden ab und wird selbst zur wasserversorgten Pflanzfläche.

Was Speicher nicht leisten

Sie senken den Bedarf nicht. Ein Garten mit humusarmem, unbedecktem Boden braucht dieselbe Wassermenge, unabhängig davon, woher sie kommt. Deshalb steht Speicherung in der Reihenfolge nach Humusaufbau und Bedeckung, nicht davor.

Häufige Fragen

Wie viel Wasser liefert ein Dach?

Als Rechengröße: Dachfläche in Quadratmetern mal Niederschlagshöhe in Millimetern ergibt Liter, abzüglich Verluste durch Verdunstung und Ablauf. Ein zwanzig Millimeter Regen auf fünfzig Quadratmetern Dach sind also rund tausend Liter.

Wie groß sollte der Speicher sein?

Er wird an der längsten Trockenphase bemessen, nicht am Tagesbedarf. Wer zwei bis drei Wochen ohne Regen überbrücken will, braucht ein Volumen, das eine kleine Tonne bei Weitem übersteigt. Mehrere verbundene Behälter sind eine praktikable Lösung.

Ist Regenwasser für Gemüse geeignet?

Ja, und meist besser als Leitungswasser, weil es weich und temperiert ist. Wichtig ist, dass der Speicher dunkel und abgedeckt steht, damit sich keine Algen bilden, und dass nicht über die Blätter von Blattgemüse gegossen wird.

Was passiert bei Überlauf?

Der Überlauf muss geplant sein und dorthin führen, wo Wasser versickern kann, nicht an die Hauswand oder auf einen Weg. Eine flache Mulde oder ein bepflanztes Versickerungsbeet nimmt die Spitzen auf.

Muss der erste Regen abgeleitet werden?

Sinnvoll ja. Der erste Schwung spült Staub, Laub und Vogelkot vom Dach. Ein einfacher Filter im Fallrohr oder eine Ableitung der ersten Liter hält den Speicher deutlich länger sauber.

Wie wird ein Speicher winterfest?

Oberirdische Behälter werden vor dem ersten starken Frost entleert oder so weit abgesenkt, dass Eisdruck die Wand nicht sprengt. Zuläufe werden abgekoppelt, Hähne geöffnet und Schläuche entleert.