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Gartenpool

Wasser - Praxis

Richtig gießen bei Hitze: selten, tief und am Morgen

Von Oli Meyer

In einer Hitzeperiode wird im Garten meist zu häufig und zu wenig gegossen. Das Ergebnis ist ein Boden, der oben feucht und unten trocken ist, und ein Wurzelwerk, das sich darauf einstellt und beim ersten ausgelassenen Tag Trockenstress zeigt.

Die Korrektur besteht aus drei Punkten, die zusammengehören: seltener, dafür durchdringend, und am Morgen.

Selten und tief statt oft und wenig

Eine durchdringende Gabe erreicht die tieferen Bodenschichten, in denen Feuchtigkeit länger hält. Wurzeln folgen dem Wasser nach unten und stehen damit im stabileren Teil des Bodens.

Häufige kleine Gaben halten die Feuchtigkeit in den obersten Zentimetern, also genau dort, wo sie am schnellsten verdunstet. Die Pflanze richtet ihr Wurzelwerk danach aus und ist danach abhängig von der täglichen Gabe.

Praktisch heißt das bei Gemüse: alle drei bis vier Tage eine reichliche Menge statt täglich eine Kanne.

Kontrollieren, wo es zählt

Die Oberfläche sagt nichts. Nach einer kurzen Gabe oder einem leichten Regen sieht ein Beet gegossen aus, während zwei Zentimeter darunter trockener Boden liegt.

Die Prüfung dauert Sekunden: mit dem Finger oder einer Kelle in die Wurzelzone gehen. Unter Mulch wird immer unter der Schicht geprüft, weil die Schicht selbst feucht sein kann, während der Boden darunter trocken ist.

Der Morgen ist der richtige Zeitpunkt

Am Morgen ist der Boden kühl, die Verdunstung gering und die Pflanze hat den ganzen Tag Wasser für die Verdunstungsleistung zur Verfügung. Nasses Laub trocknet in den ersten Stunden ab.

Am Abend bleibt das Laub über Nacht feucht. Das begünstigt Krautfäule an Tomaten, Mehltau an Kürbisgewächsen und lockt Schnecken in frisch gegossene Beete. In der Mittagshitze verdunstet ein erheblicher Teil, bevor er in den Boden gelangt.

Wohin das Wasser gehört

An den Wurzelbereich, nicht über die Pflanze. Bei größeren Einzelpflanzen und bei Neupflanzungen hilft ein flacher Gießring aus angehäufter Erde, damit das Wasser einsickert statt seitlich abzulaufen.

Auf ausgetrockneten, verschlämmten Böden bildet sich eine wasserabweisende Kruste. Dort wird zuerst vorsichtig angefeuchtet, die Oberfläche flach aufgekratzt und dann gegossen, sonst läuft die ganze Gabe ab.

Prioritäten setzen, wenn es knapp wird

In einer langen Trockenphase ist gleichmäßiges Gießen die schlechteste Verteilung. Wasser gehört dorthin, wo der Ausfall endgültig ist.

Frisch gesetzte Pflanzen haben kein Wurzelwerk und sterben. Gefäße haben kein Bodenvolumen und trocknen innerhalb eines Tages aus. Kulturen im Fruchtansatz reagieren mit Blütenendfäule und Fruchtabwurf, und dieser Ausfall wird nicht nachgeholt.

Etablierte Stauden und Gehölze überstehen dagegen mehrere Wochen. Sie werfen notfalls Laub ab und treiben in der nächsten Saison wieder. Rasen wird braun und regeneriert nach dem nächsten Regen.

Was in der Hitze noch wirkt

Eine Mulchschicht kann auch während einer Trockenphase aufgelegt werden und senkt die Verdunstung sofort. Schatten in der Mittagszeit über empfindlichen Kulturen wirkt am selben Tag.

Was nicht mehr wirkt, ist Bodenbearbeitung: Hacken in trockener Erde öffnet die Struktur und beschleunigt den Wasserverlust. Alles, was den Boden aufreißt, wartet auf das Ende der Hitzeperiode.

Häufige Fragen

Morgens oder abends gießen?

Morgens. Die Verdunstung ist geringer als am Mittag, und das Laub trocknet über den Tag ab, was Pilzdruck senkt. Abends gegossen bleibt das Laub nachts feucht, was Mehltau und Krautfäule begünstigt und Schnecken anzieht.

Wie viel Wasser ist genug?

So viel, dass der Boden zehn bis zwanzig Zentimeter tief feucht wird. Kontrolliert wird mit dem Finger oder einer Kelle, nicht nach Optik. Eine feuchte Oberfläche über trockenem Boden ist der häufigste Irrtum.

Schadet kaltes Wasser?

Bei wärmeliebenden Kulturen wie Gurke, Tomate und Kürbis bremst kaltes Leitungswasser im Wurzelbereich spürbar. Ein Zwischenspeicher, der Umgebungstemperatur annimmt, löst das ohne Aufwand.

Was hat Priorität, wenn Wasser knapp ist?

Frisch gesetzte Pflanzen, alle Gefäße und Kulturen im Fruchtansatz. Etablierte Stauden und Gehölze überstehen eine Trockenphase, verlieren notfalls Laub und treiben wieder. Rasen braucht in der Regel gar kein Wasser.

Hilft Gießen über die Blätter?

Nein, es kostet Wasser durch Verdunstung und erhöht den Pilzdruck. Gegossen wird an den Wurzelbereich, bei größeren Pflanzen in einen Gießring, damit das Wasser nicht seitlich abläuft.

Ist Tropfbewässerung besser?

Sie verteilt Wasser gleichmäßiger und verliert weniger durch Verdunstung, senkt aber den Bedarf nicht. Eingestellt wird sie auf seltene, längere Laufzeiten, nicht auf kurze täglich, sonst erzieht sie flache Wurzeln.