Gartenjahr - Übersicht
Gartenkalender: welche Arbeiten Monat für Monat anstehen
Von Oli Meyer
Ein Gartenkalender mit festen Daten ist für die meisten Standorte falsch, und zwar um Wochen. Stabil ist die Reihenfolge der Arbeiten, nicht ihr Datum. Deshalb ist die folgende Übersicht als Ablauf gedacht, der einmal am eigenen Ort verschoben wird und danach jedes Jahr trägt.
Zwei Signale sind zuverlässiger als jeder Termin: die Bodentemperatur, weil Keimung und Wurzelwachstum daran hängen, und der Zustand der Vegetation ringsum.
Januar und Februar
Planung. Anbauplan schreiben, Fruchtfolge je Beet festlegen, Saatgutbestand prüfen und Keimtests bei älterem Saatgut ansetzen.
Draußen Obstbaumschnitt bei frostfreiem Wetter. Werkzeug schärfen und Gefäße reinigen. Der Boden bleibt bedeckt und wird nicht betreten.
Erste Anzucht nur bei Arten mit langer Kulturzeit und nur mit ausreichend Licht.
März
Anzucht läuft an: Tomate, Paprika, Kohl, Sellerie, Lauch. Draußen erste Direktsaaten der kühletoleranten Arten, sobald der Boden abgetrocknet ist: Spinat, Radieschen, Erbsen, Pflücksalat, Möhren früher Sorten.
Kompost ausbringen, dünn und flach. Beerensträucher und Gehölze können noch gepflanzt werden, wenn der Boden frostfrei ist.
April
Der Monat mit dem größten Risiko: es wird warm und es friert noch. Pflanzung der kühletoleranten Jungpflanzen, Aussaat von Möhren, Zwiebeln, Mangold, Rote Bete.
Wärmeliebendes bleibt drinnen. Vorgezogene Pflanzen werden abgehärtet, nicht direkt gesetzt.
Mai
Nach den letzten Frösten kommen die wärmeliebenden Kulturen: Tomate, Gurke, Kürbis, Zucchini, Bohnen, Basilikum. Gleichzeitig läuft Beikraut auf, und die Regulierung solange die Keimlinge klein sind ist jetzt die zeitkritischste Arbeit.
Gemulcht wird erst, wenn der Boden durchwärmt ist, also meist gegen Monatsende.
Juni und Juli
Pflege bestimmt den Ertrag, ohne selbst zu liefern. Ausgeizen bei Tomaten, Aufbinden, Beikraut, gießen selten und tief. Laufende Ernte bei Zucchini, Bohnen, Erbsen und Pflücksalaten, bei denen die Erntehäufigkeit den Ertrag steuert.
Sommerschnitt an zu stark wachsenden Obstbäumen. Nach der Ernte der Sommerhimbeeren werden die abgetragenen Ruten entfernt.
Zweite Aussaatwelle für Nachkulturen beginnt: Buschbohnen, Fenchel, Rote Bete, Kohlrabi.
August und September
Hauptmenge der Ernte, und parallel die wichtigste Entscheidung: was passiert mit den frei werdenden Flächen. Feldsalat, Spinat, Rucola oder eine Gründüngung nutzen die Restsaison.
Lagergemüse braucht jetzt den richtigen Zeitpunkt und trockene Abreife. Saatgutgewinnung läuft: vollreife Früchte ernten, aufbereiten, trocknen.
Oktober und November
Der wichtigste Bodenmonat. Kompost aufbringen, Gründüngung steht, Laub bleibt im Garten und wird als Mulch verwendet, Gehölze und wurzelnackte Beerensträucher werden gepflanzt.
Stauden bleiben stehen, weil hohle Stängel Winterquartier sind. Was geräumt werden muss, wird geräumt, was liegen kann, bleibt liegen.
Dezember
Nichts, was Eile hat. Werkzeugpflege, Bestandsaufnahme, und die Frage, welche Fläche im nächsten Jahr dazukommt oder wegfällt. Wer diese Frage im Dezember beantwortet, entscheidet sie in Ruhe und nicht im Mai unter Zeitdruck.
Häufige Fragen
Wie weit verschiebt der Standort diese Angaben?
Um mehrere Wochen. Eine geschützte, warme Lage liegt deutlich vor einer freien Lage im Mittelgebirge. Der Kalender wird deshalb einmal am eigenen Standort justiert und behält danach seine Reihenfolge.
Welche Angabe ist zuverlässiger als das Datum?
Die Bodentemperatur und der Zustand der Vegetation. Bohnen werden gesät, wenn der Boden warm ist, nicht an einem Kalendertag. Die Blüte bestimmter Wildpflanzen ist ein besserer Indikator als jeder gedruckte Termin.
Was ist der wichtigste Monat?
Der Oktober, auch wenn er sich nicht danach anfühlt. Was dann an Kompost, Gründüngung und Bedeckung passiert, entscheidet über den Zustand des Bodens im Frühjahr. Ein guter Herbst spart im Mai Arbeit.
Wann ist die Arbeitsbelastung am höchsten?
Im Mai und Juni durch Pflanzung, Beikrautregulierung und Gießen gleichzeitig. Wer die Gartengröße plant, bemisst sie an dieser Spitze und nicht am Jahresmittel.
Was wird im Winter tatsächlich gemacht?
Planung, Saatgutbestand prüfen, Werkzeug pflegen, Obstbaumschnitt bei frostfreiem Wetter. Der Boden bleibt bedeckt und unbearbeitet. Beete im nassen Februar zu betreten kostet die Struktur, die im Mai gebraucht wird.
Wie wird die Lücke nach der Sommerernte genutzt?
Mit Nachkulturen wie Feldsalat, Spinat, Rucola und Asiasalaten oder mit einer Gründüngung. Wichtig ist, dass genug Wärme zum Auflaufen bleibt, also nicht zu spät zu säen.