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Gartenpool

Gemüsegarten - Gefäßkultur

Hochbeet richtig befüllen: Schichten, die nicht absinken

Von Oli Meyer

Ein Hochbeet ist ein Gefäß mit begrenztem Volumen, in dem organisches Material zersetzt wird. Beide Eigenschaften bestimmen die Befüllung: das Volumen ist endlich, also muss die Schichtfolge stimmen, und die Zersetzung bedeutet Schwund, also muss nachgefüllt werden.

Wer das einkalkuliert, hat ein Beet, das Jahre trägt. Wer es nicht einkalkuliert, hat im zweiten Frühjahr ein halbleeres Gefäß und wundert sich.

Grob nach unten, fein nach oben

Die Reihenfolge folgt der Korngröße. Unten grobes Astmaterial und Strauchschnitt, darüber umgedrehte Grassoden oder halbzersetztes Material, darüber Kompost, oben eine Pflanzschicht aus gutem Gartenboden mit Kompost gemischt.

Der Grund ist mechanisch: feines Material, das oben liegt, rieselt nicht in die Hohlräume darunter, solange die Übergänge abgestuft sind. Wer feine Erde direkt auf grobes Astwerk schüttet, bekommt im ersten Jahr ein Absinken um die halbe Höhe.

Jede Lage wird angetreten und gewässert. Ein trocken gefülltes Hochbeet setzt sich beim ersten Starkregen ungleichmäßig.

Die Pflanzschicht ist der Engpass

Unter zwanzig Zentimetern nutzbarer Erde funktioniert ein Hochbeet nicht gut. Möhren gabeln, Kohl fällt um, und in der Hitze trocknet die Schicht komplett aus, weil darunter kein Wasser gehalten wird.

Dreißig Zentimeter sind der bessere Wert. Bei einem Beet von siebzig bis neunzig Zentimetern Höhe bleibt darunter genug Raum für die grobe Füllung.

Was nicht hineingehört

Wurzelunkraut, das im Inneren weiterwächst und später von unten durch die Pflanzschicht kommt. Walnuss- und Robinienholz wegen wachstumshemmender Stoffe. Frisches Nadelholz in größerer Menge, weil es sauer wirkt und langsam abbaut. Und Rasenschnitt in dicken Lagen, der ohne Struktur zu einer luftlosen, faulenden Matte wird.

Küchenabfälle gehören nicht in ein bepflanztes Hochbeet, sondern auf den Kompost. Im Beet ziehen sie Ratten an und setzen Nährstoff frei, wo er nicht steuerbar ist.

Nachfüllen ist Teil des Betriebs

Im ersten Jahr sinkt die Füllung stark, danach langsamer. Nachgefüllt wird oben mit Kompost, im Frühjahr vor der Bepflanzung. Damit steigt der Nährstoffgehalt ohnehin, weshalb zusätzliche Düngung in den ersten Jahren selten nötig ist.

Ab dem vierten oder fünften Jahr lässt die Nachlieferung nach. Das ist der Punkt, an dem entweder gedüngt oder neu befüllt wird.

Bepflanzung nach Standjahr

Erstes und zweites Jahr: Starkzehrer, weil die Freisetzung hoch ist. Kürbis, Zucchini, Kohl, Tomate, Gurke. Wurzelgemüse ist hier fehl am Platz, es gabelt im frischen Material.

Drittes und viertes Jahr: Mittelzehrer, jetzt auch Möhre und Rote Bete, weil das Material feiner geworden ist. Ab dem fünften Jahr Schwachzehrer, Salate, Kräuter, Zwiebelgewächse.

Diese Abfolge ergibt sich aus der Zersetzung und nicht aus einer Anbauregel. Wer sie umdreht, bekommt gegabelte Möhren im ersten Jahr und hungernden Kohl im fünften.

Häufige Fragen

Warum sinkt ein Hochbeet ab?

Weil organisches Material zersetzt wird und dabei Volumen verliert. Das ist normal und lässt sich nicht verhindern, nur verlangsamen. Ein Absinken von einem Viertel bis einem Drittel im ersten Jahr ist zu erwarten und wird oben nachgefüllt.

Muss unten ein Draht eingelegt werden?

Wo Wühlmäuse vorkommen, ja, und zwar vor dem Befüllen über die ganze Grundfläche. Nachträglich ist es nicht möglich. Ein Vlies gegen Beikraut ist unnötig, wenn zuerst Pappe eingelegt wird.

Wie hoch soll die Erdschicht oben sein?

Mindestens zwanzig, besser dreißig Zentimeter. Weniger reicht für Wurzelgemüse und Starkzehrer nicht, und die Pflanzen stehen dann im grobem Material, das kein Wasser hält.

Kann ein Hochbeet ohne Holz im Kern gebaut werden?

Ja. Wer keine Wärme und keine Nährstofffreisetzung braucht, füllt mit einem Gemisch aus Kompost, Gartenerde und strukturgebendem Material. Es sinkt weniger ab und trägt sofort Wurzelgemüse, liefert aber keine Eigenversorgung über Jahre.

Wie lange trägt eine Füllung?

Etwa fünf bis sieben Jahre bis das grobe Material zersetzt ist. Danach wird umgeschichtet oder neu befüllt, wobei das alte Material als hochwertiger Kompost im Garten bleibt.

Braucht ein Hochbeet mehr Wasser?

Deutlich mehr als ein Bodenbeet, weil es an allen Seiten der Luft ausgesetzt ist und nach unten entwässert. Eine Mulchschicht ist hier keine Option, sondern Voraussetzung, ebenso regelmäßige Kontrolle in Hitzeperioden.