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Gartenpool

Boden & Kompost - Bodenpflege

Mulchen im Gemüsebeet: welches Material, wie dick und wann

Von Oli Meyer

Mulchen ist die Maßnahme mit dem besten Verhältnis aus Aufwand und Wirkung im Garten. Eine Schicht organisches Material auf der Oberfläche hält Feuchtigkeit, dämpft Temperaturschwankungen, unterdrückt auflaufendes Beikraut und verhindert die Verschlämmung, die nach starkem Regen eine Kruste hinterlässt.

Die Wirkung hängt allerdings an drei Größen, und wer eine davon falsch wählt, kann sich mehr Arbeit machen als ohne: das Material, die Dicke und der Zeitpunkt.

Feines Material fürs Gemüse, grobes für Gehölze

Gemüse hat feine Wurzeln, kurze Kulturzeiten und braucht durchlässige Bedeckung. Geeignet ist angetrockneter Rasenschnitt in dünnen Lagen, gehäckseltes Grünmaterial, feines Stroh und zerkleinertes Laub.

Holzhäcksel gehören nicht ins Gemüsebeet. Sie zersetzen sich langsam, binden dabei Stickstoff und liegen am Ende der Saison noch da, wenn das Beet neu bestellt werden soll. Auf Baumscheiben, unter Beerensträuchern und auf Wegen sind sie dagegen genau richtig.

Die Dicke entscheidet, ob Regen ankommt

Der häufigste Fehler ist zu viel. Eine dicke Schicht feinen Materials wirkt wie ein Dach: leichter Regen bleibt darin hängen und verdunstet, ohne den Boden zu erreichen. Darunter bleibt es trocken, während die Oberfläche feucht aussieht.

Zwei bis fünf Zentimeter sind im Gemüsebeet richtig. Nachgelegt wird in kleinen Gaben, sobald die Schicht sich zersetzt hat, statt einmal viel aufzubringen.

Stickstoff: aufgelegt ist nicht eingearbeitet

Kohlenstoffreiches Material braucht zum Abbau Stickstoff, und den holen die Mikroorganismen aus der Umgebung. Liegt das Material oben, findet dieser Prozess an der Grenzfläche statt und die Wurzelzone bleibt weitgehend unberührt. Wird dasselbe Material eingegraben, findet er im gesamten Wurzelraum statt, und die Kultur zeigt Mangel.

Praktisch heißt das: Mulch wird nie eingearbeitet, solange er nicht zersetzt ist. Wer ein Beet für die Aussaat räumt, schiebt die Reste zusammen und legt sie danach wieder auf.

Der Zeitpunkt hängt an der Bodentemperatur

Im Frühjahr ist eine Mulchschicht eine Bremse. Der Boden erwärmt sich langsamer, und wärmeliebende Kulturen wie Tomate, Gurke und Kürbis starten schlechter. Sinnvoll ist es, nach der Pflanzung zu warten, bis der Boden durchwärmt ist, und dann zu schließen.

Nach der Ernte gilt das Gegenteil: dort ist jede Bedeckung besser als offene Erde, und der Termin ist beliebig. Über Winter erfüllt Mulch dieselbe Funktion wie eine Gründüngung, wenn für eine Aussaat keine Zeit mehr war.

Schnecken und junge Pflanzen

Mulch bietet Deckung, und in einem Jahr mit hohem Schneckendruck ist das ein reales Problem. Zwei Anpassungen genügen meist: junge Pflanzen bekommen einen handbreiten mulchfreien Ring, und gemulcht wird erst, wenn die Kultur eingewurzelt und über das weiche Stadium hinaus ist.

Bei Direktsaaten wird ohnehin nicht gemulcht, sondern erst nach dem Auflaufen und dem Vereinzeln.

Was sich nicht bewährt

Rindenmulch im Gemüsebeet, weil er sauer wirkt und lange liegt. Frischer, dick aufgebrachter Rasenschnitt, weil er zu einer stinkenden Matte verklebt. Und Mulchfolie, weil sie zwar Beikraut unterdrückt, aber kein organisches Material liefert und damit der Bodenaufbau ausbleibt, der der eigentliche Zweck ist.

Häufige Fragen

Wie dick soll eine Mulchschicht sein?

Im Gemüsebeet zwei bis fünf Zentimeter aus feinem Material. Dicker gemulcht kommt leichter Regen nicht mehr durch und der Boden darunter bleibt trocken. Bei Gehölzen und Beeren darf die Schicht deutlich stärker und grober sein.

Bindet Mulch Stickstoff?

Kohlenstoffreiches Material wie Holzhäcksel, Stroh und Sägespäne bindet beim Zersetzen Stickstoff und entzieht ihn der Wurzelzone. Auf der Oberfläche liegend ist der Effekt gering, eingearbeitet erheblich. Deshalb wird solches Material aufgelegt und nicht eingegraben.

Welcher Mulch passt für Gemüse?

Angetrockneter Rasenschnitt in dünnen Lagen, gehäckseltes Grünmaterial, Stroh und Laub. Rasenschnitt frisch und dick aufgebracht fault und riecht, daher immer antrocknen lassen und in mehreren Gaben ausbringen.

Fördert Mulch Schnecken?

Er bietet Deckung und Feuchtigkeit, also ja. In der empfindlichen Phase junger Pflanzen ist ein mulchfreier Ring um den Stängel sinnvoll, ebenso ein späterer Mulchtermin, wenn die Kultur über das kritische Stadium hinaus ist.

Wann wird gemulcht?

Erst wenn der Boden durchwärmt ist, also nicht im kalten Frühjahr. Eine Mulchschicht isoliert und hält den Boden kühl, was bei wärmeliebenden Kulturen die Entwicklung bremst. Nach der Ernte ist Mulchen dagegen jederzeit richtig.

Kann man dauerhaft mulchen?

Ja, und auf Dauerkulturen und in Baumscheiben ist es die beste Praxis. Im Gemüsebeet sind kurze offene Phasen für Aussaat und Pflanzung nötig, danach wird wieder geschlossen.