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16.01.2013

Betreff: AW: AW: Flüssigfütterung - TS-Gehalte vom 14.01.2013 vom 15.01.2013

Hallo,

wir haben in unserem Betrieb seit 6 Monaten eine Doppelkolbenpumpe im Einsatz. Der Anschaffungspreis bereitete uns ursprünglich Kopfzerbrechen. Im nachhinein kann ich nur sagen, dass sich die Investition voll gelohnt hat. Die Pumpe läuft sehr leise und fördert alles, was auch aus dem Auslauf vom Anmischbehälter herauslaufen kann.
Welchen TS Gehalt man letzten Endes fährt, muß jeder für sich entscheiden.
Probleme mit den Leitungen
gibt es jedenfalls nicht.
Bei weiteren Fragen stehe ich gerne zur Verfügung.


Viele Grüße

Ralf




Antwort auf:

Moin,

wir haben eine Sensor Fütterungsanlage in Stichleitungen. Der Querschnitt der PVC Futterleitung beträgt überall 640mm. Die meisten Stiche haben eine Länge von 40-60m. Der weiteste Stich hat eine Länge von 120m, in dem 12 x 90 Grad und 4 x 45 Grad Bögen verarbeitet sind. Die Stiche sind sowohl oberirdisch als auch unterirdisch zwischen den Ställen verlegt. Wie bereits erwähnt haben wir durch den Einsatz u.a. von 2 Weizenstärken und 1 Kartoffelschlempe eine schlechtere Viskosität im Fütter. Die aufgequollene Stärke und die Sämigkeit bremst die Fließfähigkeit des Futters. Selten bilden sich auch aus ganz vielen kleinen Luftblasen eine große Luftblase in der Kreiselpumpe und diese kann dann nicht mehr fördern.

Eingesetzt wird eine 4KW Kreiselpumpe mit Kanalrad, welches nochmal 0,5 bar zusätzlich bringt.
Alternative1: 2 Kreiselpumpen (Twin) hintereinander geschaltet, eine mit Kanalrad, die andere ohne. Somit können über 7,5 bar erzeugt werden.
Alternative2: Frequenzgesteurte Verdrängerpumpe, welche aber jährlich einen neuen Rotor benötigt (ca.200€). (hoher Verschleiß)

Die Strömungsgeschwindigkeit sollte nicht zu hoch sein, da ansonsten beim Dosieren Futter aus dem Trog spritzt.

Gibt es noch eine andere Alternative? Was würde am besten zu meinen Anforderungen passen?

Vielen Dank im Voraus!

Gruß



Antwort auf:

Moin, moin Kai,

danke für deinen fundierten Beitrag!! Eine tolle Ergänzung zu den Erfahrungen aus der Praxis.
Allen noch ein gesundes Restjahr 2013!!

Hannes



Antwort auf:

Moin, moin,

wenn ich die eigentliche Frage richtig verstanden habe, geht es in erster Linie darum, herauszufinden, ob die aktuell gepumpten TS-Gehalte im Rahmen liegen bzw. ob es Fälle gibt, die höhere TS-Gehalte ermöglichen.
Nicht selten ist es der Fall, dass die eingesetzte Pumpe für die örtlichen Rohrleitungsdimensionen und das Anforderungsprofil von Seiten des Futters nicht geeignet ist. Sehr gern wird von der Anlagenherstellern die Kreiselpumpe (unterschiedlichster Bauform, Leistung und mit/ohne
Frequenzregelung) empfohlen und eingebaut. Dies ist auch häufig in Ordnung.
Nur muß man wissen, dass eine Kreiselpumpe verfahrenstechnisch einfach Grenzen hat. Meine Erfahrung zeigt, dass viele Hersteller Pumpentypen und -größen aus der Erfahrung heraus empfehlen und nicht, wie es sich für Anlagenbau gehört (und Flüssigfütterung ist Anlagenbau), im Vorfeld Druckverlustberechnungen durchführen.
Auf die Pumpbarkeit bzw. den zu erwartenden Anlagenwiderstand, den die Pumpe zu überwinden hat, haben mehrere Faktoren Einfluß, die da wären:
1.) Der Anlagentyp (Restlosfütterung, Stichleitung, Ringleitung mit Futter in den Leitungen, Luftentleerung, etc.)
2.) Rohrleitungsquerschnitt, -material und -länge
3.) Höhenunterschiede, Leitungsverlegung (Anzahl Bögen), Bauart der Umlenkungen (Radius der Bögen, Winkel, etc.)
4.) Die Viskosität (Pumpbarkeit) des Flüssigfutters (allerdings schwierig, diese in Zahlen zu fassen)
5.) Die allgemeinen Futtereigenschaften in Bezug auf Futterhomnogenität und -stabilität
6.) Die Strömungsgeschwindigkeit (diese hat einen sehr erheblichen Einfluß)

Zusätzlich muß natürlich die Pumpcharakteristik zu den Dosieransprüchen passen. Hier schließt sich nach meiner Erfahrung z. B. die Kreiselpumpe beim ferkelführenden Sauen aus. Genauso wie die Doppelkolbenpumpe bei einer Restlosfütterung für Sauen. Schlußendlich ist natürlich in der Mast ein begrenzender Faktor in dem TS-Gehalt das Verteilverhalten im Trog.

Ich hoffe, ich konnte ein wenig zur Klärung der Frage beitragen.

Mit freundlichen Grüßen aus Vechta,
Kai Aumann


Antwort auf:

Hallo,
Wenn um Füterung mit nebenprodukten geht muss man die Suppe so dick machen wie es die Technik schaft,man soll villeicht öfter füttern.
am besten geht es mit DK Genetik und Dürok Eber.Achten auf Futterqualität sonst kriegen die Schweine PIA.
Gruß Johann


Antwort auf:

Hallo,

hauptsächlich geht es um die Verpumpbarkeit des Futters. Da wir auch flüssige Nebenprodukte einsätzen unter anderem verschiedene Weizenstärken und Kartoffelschlempe, können wir nicht so hohe TS Werte fahren, wie welche mit Fertigfutter. Die aufgequollene Stärke bremst die Viskosität des Futers.
Hin und wieder kommt es dabei auch zu Störungen bei der Fütterung, die Pumpe bekommt die Menge micht in der vorgesehenen Zeit in den Trog.

Deshalb wäre ein Erfahrungsaustausch für mich sehr interessant!

Gruß


Antwort auf:

Hallo Mirjam,

es ging hier auch nicht um Magengeschwüre (diese Probleme haben wir ein Glück nicht) sondern um die technische Pumpbarkeit des Futterbreis und angestrebten TS-GEhalt, worum es im Ursprungsbeitrag ja auch ging.

Antwort auf:

Hallo,

du bekommst doch nicht, weil du das Flüssigfutter dicker, machst mehr Struktur in das Futter.

Für Magengeschwüre ist Energiedichte und der Anteil der feinen Partikel entscheidend, also das Schroten an sich.

Sehr schön erklärt das/die Zusammenhänge Prof. Dr. Kamphues auf der Seite mit den Interview-Videos hier:

http://www.tiergesundheit-aktuell.de/videos/schweinevideo-511.php

(und auch sonst noch interessante Videos).

In einer der letzten Fachzeitschriften hatte Kamphues das Thema Magengeschwüre - Futter auch noch mal dezidiert aufbereitet.

viele Grüsse

Mirjam


Antwort auf:

Hallo,

wir haben eine Flüssigfütterung mit Ringleitung und 4 kw Kreiselpumpe und füttern wie folgt:

Vormast: 26,9%TS
Mittelmast: 26% TS
Endmast: 22,5 % TS

In der Vormast ist die Grenze ziemlich erreicht, ich könnte mir vorstellen das wir auch 27,5% schaffen könnten. Allerdings füttern wir mit Molke, die ja bekanntlich immer etwas schwankt, so brauchen wir eine kleine Reserve.

Gruß Helge