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16.09.2020

ASP: Fünf weitere Wildschweine positiv

(pigpool) In Brandenburg wurden bei der Falltiersuche jetzt vier weitere Wildschweinkadaver entdeckt. Zudem wurde ein fünftes, krankes Tier gefunden und getötet. Die ersten Untersuchungen im Landeslabor Berlin-Brandenburg bestätigten den ASP-Verdacht. Die Untersuchungsergebnisse der Zweitproben durch das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) auf der Insel Riems stehen aber noch aus.

Nach Angaben von Verbraucherschutzministerin Ursula Nonnenmacher liegen alle Fundorte im bereits festgelegten gefährdeten Gebiet in der Gemeinde Neuzelle im Landkreis Oder-Spree.

Sollte das FLI die Verdachtsfälle bestätigen, würde sich die Zahl der positiven ASP-Funde somit auf sechs erhöhen. Der erste infizierte Wildschweinkadaver wurde vergangene Woche Mittwoch im östlichen Landkreis Spree-Neiße in Brandenburg gefunden.

Am Wochenende wurde rund um die Kernzone ein 12 Kilometer langer mobiler Elektrozaun aufgestellt. Teile der Landkreise Spree-Neiße und die beiden angrenzenden Landkreise Dahme-Spreewald und Oder-Spree gelten jetzt als Restriktionszone.

In dem Gebiet gibt es nach Auskunft der Behörden rund 15.000 Hausschweine in 50 Betrieben, davon hält der größte Betrieb 5.000 Schweine. Für die Betriebe gilt ein Verbringungsverbot für ihre Schweine mit Ausnahmen. Diese können die örtlich zuständigen Veterinäre zum Beispiel für den Transport zum Schlachthof erteilen.


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16.09.2020

Aktuelle Schweinepreise am Markt

Schweinepreise

Angebot - Nachfrage:  133%, mittel

Marktverlauf: 
Einerseits konnten in der abgelaufenen Woche Überhänge abgebaut werden, andererseits steigt das aktuelle Angebot schlachtreifer Schweine merklich an, so dass weiterhin ein deutlicher Angebotsüberhang vorherrscht. Diverse Schlachtstätten sind weiterhin gezwungen auf Grund von Personalmangel die Schlachtung (z. T. extrem kurzfristig) zu reduzieren. Der Preis verbleibt somit eine weitere Woche bei 1,47 €. Seit 11.09 gefallen auf 1,27 €

Ferkelpreise

Angebot - Nachfrage:  102%, ruhig

Marktverlauf: 
Der ASP-Fall eines Wildschweines in Brandenburg hat massive Auswirkungen auf den Schweine- und Ferkelmarkt. Um die Systeme am Laufen zu halten, musste heute der Schlachtschweinepreis um 20 Cent auf 1,27 €/kg SG angepasst werden. Die Ferkelnotierungen stehen europaweit unter massivem Druck, so dass die Ferkelnotierungen der SVG um 12,00 € gesenkt werden. Die Exportnotierung fällt auf 34,41 €/30kg.

 

 

Schlachtschweine

Ferkel 100er Partie

Ferkel 400er Partie

KW 36./ 37.

1,47 EUR

 47 EUR/ 28kg

49 EUR/ 28kg

KW 37./ 38.

1,27 EUR

 35 EUR/ 28kg

37 EUR/ 28kg

 

 



15.09.2020

Zusatzerklärung beim Tierverkauf nicht vergessen!

(pigpool) Die Vermarktung von Ferkeln und Schlachtschweinen gestaltet sich angesichts der ASP-Problematik momentan schwierig. Der Verband der Fleischwirtschaft (VdF) weist darauf hin, dass Schweinehalter beim Tierverkauf die im „Muster-Krisenhandbuch Afrikanische Schweinepest für Schlachtbetriebe“ vorgeschlagene Zusatzerklärung ausfüllen sollten. Diese lautet wörtlich:

„Hiermit wird bestätigt, dass diese Schlachtschweine nicht aus einem Sperrbezirk, Beobachtungsgebiet, gefährdeten Gebiet (bzw. Kerngebiet) i.S.d. SchwPestV stammen. Mein/Unser Betrieb unterliegt zurzeit keiner amtlichen Sperre.“

Die Zusatzerklärung kann z.B. durch Stempeltext oder einen Aufdruck auf dem Lieferschein erscheinen. Die Empfehlung dient der Vereinheitlichung des Kauf- und Anlieferungsprozesses, um dadurch eine effiziente Abwicklung zwischen dem Lieferanten und dem Schlachtbetrieb sicherzustellen.


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15.09.2020

ASP in Brandenburg: Weitere Landkreise erlassen Schutzmaßnahmen

(pigpool) Nachdem Mitte letzter Woche der erste ASP-Ausbruch Deutschlands im Landkreis Spree-Neiße amtlich bestätigt wurde, reagieren weitere Nachbarkreise. So haben die Behörden im westlich gelegenen Landkreis Dahme-Spreewald Teil des Kreisgebiets zum gefährdeten Gebiet ernannt. Wie die zuständige Amtsveterinärin mitteilt, sind Jäger dazu aufgerufen, eine verstärkte Fallwildsuche durchzuführen. Jedes verendet aufgefundene Wildschwein muss unter Angabe des Fundorts (GPS-Daten) dem Veterinäramt gemeldet werden. Zudem wurde ein Jagdverbot für alle Tierarten erlassen.

 

ASP-Kreise

Die Behörden im westlich gelegenen Landkreis Dahme-Spreewald haben einen Teil des Kreisgebiets zum gefährdeten Gebiet ernannt. (Bildquelle: top agrar/Driemer)

Keine Verfütterung von Heu, Stroh oder Gras aus diesjähriger Ernte

Auch für Schweinehalter wurden Auflagen erlassen. Dazu zählen unter anderem:

  • Tierhalter müssen den Behörden unverzüglich die Anzahl der gehaltenen Schweine melden.
  • Gras, Heu und Stroh, das in den letzten sechs Monaten im gefährdeten Gebiet geerntet wurde, darf nicht an Schweine verfüttert werden.
  • Das Verbringen von Schweinen aus einem im gefährdeten Gebiet gelegenen Betrieb ist verboten. Das Stand-Still gilt auch für schlachtreife Schweine.
  • An allen Ein- und Ausgängen der Ställe müssen geeignete Desinfektionsmöglichkeiten aufgebaut werden.

Maisernte gestoppt

Sowohl für Schweine- als auch für Rinderhalter ein schwerer Schlag ins Kontor ist die Anordnung der Kreisbehörde, dass die Nutzung von land- und forstwirtschaftlichen Flächen bis auf Weiteres verboten ist. Denn wann die erntereifen Maisflächen gehäckselt werden dürfen, ist bislang offen. Das ist vor allem für die brandenburgischen Rinderhalter eine schwierige Situation. Ihnen droht nach mehreren Dürrejahren eine erneute Futterknappheit.

Landkreis Oder-Spree erweitert Restriktionszone

Über die gesetzlich festgelegten Anforderungen geht der Landkreis Oder-Spree bei der Ausweisung des gefährdeten Bezirks vor. Nach Aussage von Amtstierärztin Petra Senger wird der 15 km-Radius erweitert. Das dürfte mit den entsprechenden örtlichen Gegebenheiten zusammenhängen. Betroffen sind neben etlichen Dörfern, die zur Stadt Friedland zählen, auch die Stadt Eisenhüttenstadt und sogar das nördlich davon gelegene Ziltendorf und Wiesenau.


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14.09.2020

Fleischverarbeiter zahlt weiter 1,47 € pro kg SG

(pigpool) In einer Sondernotierung in Folge des ASP-Ausbruchs sackte die VEZG-Notierung am letzten Freitag von 1,47 € auf 1,27 € ab. Der bayerische Schlacht- und Zerlegebetrieb Fuss in Memmingen hat nun angekündigt, den drastischen Preisabzug von 20 Cent je kg Schlachtgewicht nicht zu akzeptieren.

Wie Inhaber Robert Knauer in einem Schreiben an seinen Kunden mitteilt, wird das Unternehmen, das wöchentlich rund 800 Schweine schlachtet, den Preis von 1,47 € pro kg SG aus der Kalenderwoche 37 „einfrieren“. „Wir sind der Meinung, dass für 1,27 € niemand mehr vernünftig Ferkel produzieren oder Schweine mästen kann. Wir heißen diesen Wahnsinn nicht gut, den sich einige schlaue Köpfe da ausgedacht haben“, kritisiert Knauer die Preisfindung.

Knauer und Geschäftsführer Michael Saitner appellieren in dem Schreiben an ihre Abnehmer, den Schritt der Firma Fuss zu unterstützen und so ein deutliches Zeichen in Richtung Landwirtschaft zu setzen. Andernfalls befürchten sie einen massiven Strukturwandel, weil viele Ferkelerzeuger und Mäster aufhören.

Weitere Preisbrecher

Inzwischen haben auch die Unternehmen Halsbacher Qualitätsfleisch aus Halsbach in Bayern sowie ein Fleischverarbeiter aus Erding angekündigt, dem Beispiel von Fuss-Fleischhandel zu folgen. "Ich hoffe nun, dass noch weitere Kollegen unserem Beispiel folgen", hofft Robert Knauer auf weitere Nachahmer. Dem ist inzwischen so. Auch die Firma Müller Wurst- und Fleischwaren in Mannheim hat top agrar mitgeteilt, das sie ihren regionalen Lieferanten weiterhin den bisherigen Preis zahlen wird und den 20 Cent-Abschlag für nicht angebracht hält.

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Tönnies: „Wichtig, jetzt den Preis zu stabilisieren“

Auch der Schlachtkonzern Tönnies sorgt sich um den Preisverfall am Schweinemarkt. In Rheda-Wiedenbrück wertet man den chinesischen Exportstopp für die Bauern und den Wirtschaftsstandort Deutschland als herben Schlag.
 

„Wir müssen nun den Preis für die Bauern stabilisieren. Ein längerfristiger Preisverfall würde die bäuerlichen Familienbetriebe sehr schwer treffen. Zudem brauchen wir eine Differenzierung der Afrikanischen Schweinepest bei Wildschweinen und Hausschweinen. Wir müssen die chinesischen Behörden davon überzeugen, dass die sehr hohe Biosicherheit in unseren landwirtschaftlichen Betrieben die Bestände vor dem Eindringen des Wildschweinevirus in die Haustierbestände schützt. Und drittens brauchen wir eine Regionalisierung der Sperrgebiete. Ein infiziertes Wildschwein in Brandenburg darf nicht den Export aus ganz Deutschland verhindern“, so das Unternehmen.

top agrar meint: Die Sorge um die Zukunft der deutschen Ferkelerzeuger und Schweinemäster scheint bei der Fleischverarbeitenden Industrie groß zu sein. Bemerkenswert ist der Schritt des mittelständischen bayerischen Unternehmens Fuss-Fleischwaren, den Preisabschlag von minus 20 Cent je kg SG zu ignorieren und sich treu an die Notierung zu halten. Hier zeigt ein Kleiner der Branche den Großen einmal, wie man auch in schwierigen Zeiten gut zusammenarbeitet. Das Beispiel sollte Schule machen!

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Fleischbranche bittet Merkel um Hilfe

Die taz berichtet unterdessen, dass der Verband der Fleischwirtschaft (VdF) Bundeskanzlerin Angela Merkel um Hilfe wegen des Ausbruchs der Afrikanischen Schweinepest in Deutschland bittet. „Der größte Abnehmer von Schweinefleisch aus Deutschland außerhalb der EU ist derzeit China, hier wäre es sehr wirkungsvoll, wenn sich die Bundeskanzlerin mit Nachdruck bei der chinesischen Regierung dafür einsetzen würde, dass China den Import aus nicht betroffenen Regionen in Deutschland wieder frei geben würde“, teilte die Organisation am Montag der Tageszeitung „taz“ mit.


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