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29.05.2020

Corona stoppt Boom der US-Schweinefleischerzeugung

(pigpool) Die Corona-Pandemie in den USA wird die dortige Fleischbranche in diesem Jahr hart treffen. Infektionen von Schlachthofmitarbeitern, geschlossene Werke, verzögerte Produktionsabläufe sowie ein Kaufkraftverlust durch steigende Arbeitslosenzahlen dürften das langjährige Wachstum der Fleischerzeugung vorerst beenden. Das amerikanische Landwirtschaftsministerium (USDA) geht in seiner jüngsten Prognose davon aus, dass die inländische Fleischproduktion gegenüber 2019 um rund 770.000 t bzw. 1,6 % auf 46,98 Mio. t sinken wird. Das wäre der erste Rückgang seit vielen Jahren. Zu Jahresbeginn war noch ein Wachstum von 2,8 % auf 49,06 Mio. t erwartet worden.

Großer Schlachtschweineüberhang

Mehrere große Schweineschlachtstätten in den USA mussten wegen Corona-Infektionen der Mitarbeiter schließen und bei Wiedereröffnung aufgrund von Abstandsregeln und anderer Infektionsschutzmaßnahmen mit geringeren Kapazitäten arbeiten. Kalkulationen des USDA zufolge erreichte die Kapazitätsauslastung Ende April mit 58,5 % ihren Tiefpunkt und stieg danach wieder an. Mitte Mai lag sie aber immer noch unter der Marke von 75 %. Dies hat dazu geführt, dass sich viele Schweine aufstauten, die nicht geschlachtet werden konnten. Dem Nationalen Verband der Schweinehalter (NPPC) zufolge mussten bereits Tiere eingeschläfert werden. Der Verband warnte davor, dass möglicherweise Millionen Tiere gekeult werden müssten, wenn sich die Situation nicht schnell bessere. Wegen der Produktionsausfälle wird nach Auffassung des USDA der Boom der US-Schweinefleischerzeugung in diesem Jahr unterbrochen. Das Schweinefleischaufkommen dürfte nach einem starken ersten Quartal im zweiten Jahresviertel um 9 % unter dem Niveau der Vorjahresperiode liegen. Für das Gesamtjahr erwarten die Ministeriumsexperten gegenüber 2019 einen Rückgang der US-Schweinefleischproduktion um 0,7 % auf 12,45 Mio t. Die Exportprognose wurde jedoch mit einem Zuwachs von 13 % auf 3,24 Mio t wegen guter Absatzmöglichkeiten in China aufrechterhalten.

Kritik an Chinaexport

Die starken Ausfuhren von US-Schweinefleisch nach China sind indes in die Kritik geraten. Sie haben sich bei der frischen und gefrorenen Ware im ersten Quartal 2020 gegenüber dem Vorjahreszeitraum auf 216.000 t versechsfacht. Bei einer coronabedingt geringeren Produktion sei die Ware aufgrund höherer Exporte in den heimischen Geschäften knapp und teurer geworden, lautet der Vorwurf. Smithfield hat deshalb kürzlich angekündigt, sein Werk in Virginia umzurüsten und vermehrt frisches Schweinefleisch, Speck und Schinken für den heimischen Markt anzubieten. Seit dem Frühjahr 2019 wurden dort die Schlachtkörper in drei Teile geteilt und vor allem nach China zur weiteren Zerlegung geschickt. JBS kündigte an, zu Gunsten des Inlandsmarktes weniger Schweinefleisch zu exportieren. Einer Analyse der CoBank zufolge dürfte durch die Produktionsausfälle das Angebot an Rind- und Schweinefleisch im Frühsommer in den US-Läden um bis zu 30 % geringer als im Vorjahr ausfallen, während bei den Verbraucherpreisen ein Anstieg von 20 % zu erwarten sei. Ganz anders sieht das bei den Erzeugerpreisen für Schlachtschweine aus. Diese sind wegen des Überangebots am Lebendmarkt kräftig abgesackt und werden laut USDA-Schätzung im Jahresmittel 2020 nur bei 0,88 €/kg LG liegen. Das wären rund 10 % weniger als im bereits schwachen Vorjahr.


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29.05.2020

Flaut die ASP in Polen tatsächlich ab?

(pigpool) Obwohl seit Januar nur geringfügig weniger Fälle von Afrikanischen Schweinepest (ASP) gemeldet wurden als in gleichen Zeitraum des Vorjahres, sieht Polens Landwirtschaftsminister Jan Krzysztof Ardanowski erste Anzeichen für ein Abflauen der seit 2014 im Land grassierenden Seuche. Ardanowski wies am vorletzten Wochenende darauf hin, dass 77 zuvor auffällige Gemeinden inzwischen wieder als seuchenfrei gelten. Für ihn ist das ein Beleg dafür, dass die Biosicherheit von den Schweinehaltern unabhängig von der Betriebsgröße ernst genommen und umgesetzt wird.

ASP bei Wildschweinen bleibt ein großes Problem

Der Minister räumte allerdings auch ein, dass die ASP unter Wildschweinen nach wie vor ein ungelöstes Problem darstelle. Dies liege jedoch maßgeblich im Verantwortungsbereich der Jäger, die den Tierbestand in den betroffenen Landesteilen mit „Sanitärjagden“ regulieren und so das Übertragungspotential reduzieren müssten. Ardanowski rief die Jäger deshalb auf, die Zeit zur Bejagung zu nutzen, bevor die wachsenden Feldbestände den Tieren wieder Deckung geben würden.

Nach Erhebungen der Obersten Veterinärbehörde wurden in Polen seit Jahresbeginn insgesamt gut 2.400 ASP-Fälle bei Wildschweinen bestätigt. Für Aufsehen hatten zu Jahresbeginn vor allem einige Funde in der Nähe zur deutsch-polnischen Grenze gesorgt, mit denen die Seuche bis auf wenige Kilometer an Deutschland herangerückt war.

Schutz durch doppelten Grenzzaun

Auch in den letzten Wochen ist wieder von einzelnen toten Wildschweinen in der Wojewodschaft Lebus unweit der Grenze berichtet worden. Der Landesbauernverband (LBV) Brandenburg beurteilt die Lage deshalb kritischer als der polnische Landwirtschaftsminister. Der Bauernverband hat deshalb Anfang Mai die Errichtung einer festen Zaunanlage an der Grenze gefordert, die nach französischem und belgischem Vorbild durch einen weiteren Zaun im Landesinneren und eine wildschweinfreie „Weiße Zone“ dazwischen ergänzt werden sollte.


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15.05.2020

Aktuelle Schweinepreise am Markt

Schweinepreise

Angebot - Nachfrage:  115%, mittel- rege

Marktverlauf: 
Der überraschende Preisanstieg der Vorwoche wurde letztendlich von allen Schlachtunternehmen akzeptiert. Hintergrund ist eine spürbare Belebung des nationalen Fleischmarkts. Ein großes Angebot trifft derzeit auf eine z.T. rege Nachfrage, so dass die Notierungen unverändert fortgeschrieben werden können, obwohl der fehlende Schlachttag am Pfingsmontag den Abfluss beeinträchtigt.

Ferkelpreise

Angebot - Nachfrage:  94%, mittel

Marktverlauf: 
Nach sehr unruhigen Wochen hat sich die Lage am Ferkelmarkt stabilisiert. Die zur Vermarktung anstehenden Ferkelpartien lassen sich am Markt platzieren und speziell aus Polen ist eine deutliche Nachfragebelebung zu verzeichnen. Die Situation auf dem regionalen Markt lässt allerdings zur Zeit noch keinen Preisanstieg zu. Die SVG Notierungen bleiben in der kommenden Woche auf dem bisherigen Niveau stehen, wobei sich die Exportnotierung um 0,33 €, aufgrund des Anstieges der VEZG Notierung, erhöht.

 

 

Schlachtschweine

Ferkel 100er Partie

Ferkel 400er Partie

KW 21./ 22.

1,66 EUR

 62 EUR/ 28kg

64 EUR/ 28kg

KW 22./ 23.

1,66 EUR

 62 EUR/ 28kg

64 EUR/ 28kg